Montag, 5. März 2018

Interview mit Bianca Nias

Hey ihr Lieben,
da ich ja jetzt schon ein paar Bücher von Bianca Nias gelesen habe, wollte ich die Frau hinter den Büchern genauer kennen lernen. Da ich leider nicht auf die LBM kann, stand sie mir über Facebook Rede und Antwort.

Laura: Wie lange hast du an deinem ersten Bruns-Roman "Tajo @ Bruns_LLC" geschrieben?

Bianca: An Tajo habe ich ca. 4 Monate geschrieben. Dann habe ich es dem deadsoft-Verlag geschickt und innerhalb von zwei Tagen eine Zusage von Simon Beck, dem Verlagschef, bekommen, was mich natürlich total aus den Socken gehauen hat. Danach haben wir es in mehreren Durchgängen nochmals überarbeitet. Das Lektorat der ersten vier Bände hat Simon selbst gemacht und ich habe unwahrscheinlich viel von ihm gelernt, was man hoffentlich auch an der Entwicklung meines Schreibstils über die ersten Bände hinweg merkt. Auch heute brauche ich in der Regel 3-4 Monate für einen Roman, da ich nur am Wochenende bzw. im Urlaub schreiben kann (ich bin in Vollzeit berufstätig, da läuft während der Woche eigentlich nichts). Mehr als 3 Bücher kann man daher leider von mir pro Jahr kaum erwarten.

Laura: Das ist aber schon fix für einen ganzen Roman. Warum schreibst du ausgerechnet Gaybücher? Was gefällt dir an dem Genre?

Bianca: Ich bin anfangs auch als Leserin in dieses Genre "reingerutscht". Meine Arbeitskollegin und Freundin Katja hat mir schon immer Bücher geliehen, die sie gut fand und irgendwann war da auch ein Gay-Roman dabei. Nun ja,seitdem komme ich davon nicht mehr los und lese selbst nichts anderes mehr. Die treffendste Erklärung, die ich dazu mal gelesen habe, ist: Bei Hetero-Liebesromanen muss man sich als Leserin doch immer irgendwie mit der Frauenfigur des Romans identifizieren. Das ist oftmals schwierig, gerade wenn es irgendwelche Püppchen/Prinzessinnen sind. Oder auch das Gegenteil davon, viel zu taffe Alleskönnerinnen. Bei Gay-Romanen habe ich eben nicht nur einen Kerl, den ich anschmachten kann, sondern gleich zwei von der Sorte. 😅 Zudem haben ich gegen das momentane Frauenbild, das in manchen hochgejubelten Bestsellern verbreitet wird, echt vehement etwas einzuwenden. Die endlosen Millionärs-Storys sind auch relativ ausgelutscht. Und zuletzt bieten Gay-Storys neben dem üblichen Liebesdrama noch Unmengen Material für eine gute Geschichte. Sei es, ein Coming-Out zu beschreiben oder wenn es andere Schwierigkeiten zu überwinden gilt, mit denen man im homosexuellen Bereich konfrontiert wird.

Laura: War es irgendwie "besonders" Keyla zu schreiben, weil es eine Hetero-Story ist?

Bianca: Besonders schwierig, ja.Frauen denken halt unwahrscheinlich viel nach, analysieren oft alles. Und ich fand es schwierig, den Sex zu beschreiben *gg*. Merkwürdig, ich weiß. Aber während mir für das "beste Stück" des Mannes einen Haufen Synonyme einfallen, ist es bei den erogenen Zonen der Frau echt schwer die passenden Worte zu finden, ohne dass es zu vulgär oder vollkommen blöde rüberkommt.Ich hoffe, mir ist das bei meinem Ausflug in die Hetero-Welt halbwegs gelungen.

Laura: Oh ja, das ist dir sehr gut gelungen 😊 Ich mochte das Buch wirklich. Aber als jemand der schon relativ viele Hertero-Bücher gelesen hat, kann dir das nur bestätigen: Es ist schwer ein sprachliches Niveau zu halten ohne die gleichen Begriffe zu benutzen. Okay, nächste Frage: Wie recherchierst du? Bei den Military-Büchern oder auch bei den Bruns-Büchern ist das doch bestimmt kompliziert.

Bianca: Bei allen meinen Büchern steht natürlich die Liebesgeschichte im Vordergrund, aber wenn es um irgendwelche Details geht, recherchiere ich natürlich im Internet. Ich bewundere daher die Autoren, die vor gut 40 Jahren ohne dieses Hilfsmittel ausgekommen sind. 😄 Wenn man sich danach meinen Browserverlauf ansieht, wo ich über alle möglichen Waffen, Nahkampftechniken und Einsatzorte, militärische Strukturen und Taktik der Navy Seals nachgelesen habe...dann hoffe ich immer, es steht nicht irgendwann die NSA vor meiner Tür und will mich verhaften.

Laura: Wenn du Urlaub hast oder Wochenende ist, wie läuft ein reiner Schreibtag bei dir ab?

Bianca: Ich stehe oft morgens früh auf, so gegen 6 oder  7 Uhr, weil ich da noch meine Ruhe habe (vor zwölf Uhr kommt hier niemand aus den Federn gekrochen). Ich koche mir eine Kanne Kaffee, dann setze ich mich an den PC und lege los. Miestens schreibe ich bis Nachmittags, gegen 15 Uhr ist dann allerdings der Akku leer und ich entspanne mich eine Runde auf der Couch oder in der Badewanne. Ich habe ein Schreibziel in meinem Programm eingestellt von 2000 Wörtern, das ich auch meistens erreiche oder übertreffe. Bei meinen Romanen lande ich meistens so um die 75000 - 80000 Wörter (300-330 Taschenbuchseiten). Wenn man das hochrechnet, brauche ich also für einen Roman mindestens 30 Arbeitstage á 8 Stunden, also 240 Stunden reine Schreibzeit. Lektorat und Korrektur gehen bei mit mittlerweile sehr schnell, da ich hier auf ein bewährtes und sehr gutes Team zurückgreifen kann, mit dem ich einfach hervorragend zusammenarbeite. Meine Stammlektorin Susanne Scholze und ich sind mittlerweile ein eingespieltes Team, sie kennt mich und meine Arbeit und weiß genau, worauf sie bei mir achten muss (auch wenn ich immer wieder neue Lieblingswörter finde, die ich viel zu oft anbringe).

Laura: Hast du vorher einen Plan was du schreibst oder fängst du einfach an? Gab es einen Roman bei dem du ewig lange die Handlung umgebaut hast weil es irgendwie nicht so richtig klappen wollte?

Bianca: Hm, ich habe meistens einen groben Handlungsplan im Kopf, lege aber einfach los und lasse mich oft auch von meinen Protagonisten überraschen. Das ist auch das, was mir beim Schreiben den meisten Spaß macht - wenn man merkt, wie es sich entwickelt.Wie die Personen heranreifen, sich Charaktere festigen und auch im Laufe des Romans ändern. Wenn sie an dem wachsen, was ihnen widerfährt. Die erstaunlichste Entwicklung hat für mich Daniel in Band 3 der Bruns hingelegt. Den hatte ich anfangs eigentlich wirklich nur als Spaßvogel im Kopf und war selbst überrascht, als er mir seine tiefgründige und verletzliche Seite gezeigt hat. Beim Date-Manager hatte ich erstmals versucht, ein Storyboard anzulegen. Mit mäßigem Erfolg. Irgendwann habe ich gemerkt, dass es in eine andere Richtung laufen muss und habe mich dann doch treiben lassen. Wenn man sich jetzt das Storyboard anguckt, ist da vieles anders gekommen, als ursprünglich geplant gewesen ist. Die meisten Probleme haben mir übrigens Ferris & Roddy gemacht ich fand es unglaublich schwer, aus besten Freunden ein Liebespaar werden zu lassen, auch wenn die beiden wie füreinander geschaffen waren. Die Zwei haben mir jede Menge Kopfzerbrechen bereitet.

Laura: Wie oft hast du eigentlich Darts geguckt, um das bei Bulls Eye spannend zu schreiben?

Bianca: Ich bin schon seit Jahren ein Darts-Fan 😉 War also nicht schwer für mich. Ich wollte unbedingt über das Coming-Out eines Sportlers schreiben, also über jemanden, der im Licht der Öffentlichkeit steht und damit umgehen muss. Aber keinesfalls wollte ich über Fußballer schreiben, daher lag für mich der Darts-Sport nahe. Das Bulls-Eye ist auch das Buch, was ich gerne als mein Herzensprojekt bezeichne, ich habe ich mir quasi von der Seele geschrieben und viel von meinen eigenen Ansichten in diesem Buch verarbeitet. Die Quintessenz  daraus sollte sein: Liebe ist Liebe. Sie ist, egal in welcher Konstellation sie vorkommt, das, was jedermann achten und schätzen sollte Es steht niemanden zu, einen anderen dafür zu verurteilen, wen man liebt.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmal für das sehr nette und ausführliche Interview.

Über die Autorin:
Bianca Nias wurde 1972 in Wiesbaden geboren, heute lebt sie mit zwei Söhnen, ihrem Mann, der Bartagame Tobi und zwei Hunden nahe Limburg. Im Jahre 2014 hat sie ihr Debüt beim Deadsoftverlag mit Tajo@Bruns_LLC veröffentlicht. Sie arbeitet als Finanzbeamtin und in ihrer Freizeit liest sie gerne, schaut Serien wie Game of Thrones und Lucifer und frönt ihrer Kaffee-Sucht.


Bruns_LLC-Reihe:

Tajo@Bruns_LLC
Jonathan @Bruns_LLC
Daniel @Bruns_LLC
Devon@Bruns_LLC
Ferris@Bruns_LLC
Keyla@ Bruns_LLC


Bruns_LLC Shortstorys:

Lion's Basic Instinct (Outtake zu Jonathan)
Lion Lost at Christmas (XL-Leseprobe zu Operation Icebreaker [Band 3 der Wild Forces])
Lions love Christmas
Sammelband Moments @Bruns_LLC (Enthält bereits erwähnten Shortstorys + Waikiki Beach Five-O und Marc & Tajo - Männer und andere Krankheiten)


Navy Seals - Wild Forces:

Volume I: Operation Alpha + Operation Polarfuchs
Volume II: Operation Icebreaker


Bulls Eye - Mitten ins Herz

Der Date-Manager

Der Werwolf von nebenan